„Über das Erdbeben am 11.März“ von M.

An dem Tag war ich in meinem Unterrichtszimmer bei Takanawadai-Station.

Als das Erdbeben kam,war ich allein. Ich bin nah vom Pianino gestanden,und am Anfang habe ich es festgehalten. Aber das Schwanken ist immer stärker geworden,dann habe ich gedacht, neben dem Pianino zu stehen ist gefährlich, falls es umfällt.

Die Gegend bei Takanawadai-Station hat den guten festen Boden, daher war das Beben nicht so schlimm. Nachdem das Beben aufgehört hatte, habe ich gedacht,wenn hier so ein Großbeben ist, könnte an irgendeinem Ort des Hypozentrums ein schreckliches Erdbeben sein.

Mit dem Handy habe ich ferngesehen, und erfahren, dass das ganze Gebiet Tohokus ein starkes Beben hatte,und in kurzer Zeit Tsunamis kommen.  Aber ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass die Tsunamis so riesig sind.

Ich habe an meine Mutter, eine Handy-Mail geschickt, weil ich mir um sie Sorgen gemacht habe. Sie wohnt in Ibaraki-Präfektur, die südlich von Fukushima liegt. Gott sei Dank habe ich von ihr bald eine Antwort zurückbekommen, obwohl damals die telefonische Verbindung sehr schlecht war. Der Arbeitsplatz von meinem Mann liegt im Zentrum von Tokio, daher habe ich gedacht, dass mit ihm nichts schlimmes passieren könnte.

Die Bahnen sind nach dem Erdbeben stehengeblieben. Aber nach 22Uhr war meine Linie teilweise wieder in Betrieb. Ich bin mit dem Bahn bis dahin gefahren, wohin ich konnte (5 Stationen vor meiner fuhr die Bahn nicht mehr weiter). Von der Station bis nach Hause bin ich eineinhalb Stunden zu Fuß gegangen.   Unterwegs gab es ein netter Mann, der mit einem Plakat auf der kalten Straße gestanden ist, darauf war der Satz „ Benützen Sie bitte die Toilette meines Hauses“. Denn damls sind sehr viele Leute um Mitternacht zu Fuß nach Hause gegangen.

Die Bahnen waren ein paar Tagen nicht in Ordnung, und nur wenige Wagen sind gefahren. Daher war der Bahnsteig in der morgigen Stoßzeit überlaufen. Als die Bahn in den Bahnhof eingefahren ist und die Tür geöffnet hat, haben alle versucht, in die Bahn hineinzukommen. Dann wurden Vornestehende von Hinteren gestoßen. Das Stoßen war nicht absichtlich, nur die Tür war zu klein, oder es waren zu viele Leute, aber einige Frauen, die gestoßen wurden, haben geschrien. Als ich das Schreien gehört habe, habe ich Angstgefühle bekommen. Ich dachte, man geriet leicht in Panik, wenn die Leute aufgeregt sind. Deswegen ist es wichtig, gelassen zu bleiben.

Nach dem Großbeben konnte man Mineralwasser in Tokio nur sehr schwer bekommen, weil wegen Fukushima das Leitungswasser verseucht war, und alle es kaufen wollten. Mineralwasser zu kaufen wurden die Leute bevorzugt, die kleine Kinder haben, weil kleine Kinder stärker durch die Radioaktivität geschädigt werden könnten, als die anderen. Damals sind ich und mein Mann mehrmals in die Berge rund um Tokio mit vielen leeren Plastikflaschen gefahren, und dort  Quellenwasser zu schöpfen. Es war sogar ein gutes Training für das Bergsteigen, weil die Plastikflaschen mit vollem Wasser sehr schwer geworden sind!

Ich denke jetzt, dass ich mehr von der Sache in bezug auf Atomkraftwerke wissen und dagegen etwas tun muss.

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2 Antworten zu “„Über das Erdbeben am 11.März“ von M.

  1. Ein aktueller Artikel aus Deutschland über den Zustand des Kraftwerkes. Klingt nicht sehr gut. ;/

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,824161,00.html

  2. Von da kommen nie gute Nachrichten. Ich lese solche Artikel schon gar nicht mehr, da ich mich sonst nur zu sehr aufrege. Denn aendern kann ich an der Situation leider nichts.
    Was ich an diesem Artikel, wie bei vielen anderen deutschen sensationsheischenden Artikeln auch, bemaengeln muss, ist das reduzieren auf DIE Fukushimakatastrophe, die sich jaehrt. Bei uns jaehrt sich eher die Tsunamikatastophe! Die viele Menschenleben gekostet und dem Land einen grossen Schaden zugefuegt hat.

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